Nordinsel Tour
Am 27. September fingen Eva Luna aus Italien und ich unsere Tour auf der Nordinsel von Neuseeland an. Der Bus startete vormittags um 10 und nach 5 Stunden waren wir in Hawera, unsere erste Station. Hawera ist eine kleine Stadt an der Westküste von der Nordinsel. Uns wurde die Stadt gezeigt und wir verbrachten auch eine ganze Weile in einem wunderschönen Park den uns Danesh zeigte. Danesh ist aus Malaisien und auch ein AFSer. Er wohnt bei der Familie wo wir übernachteten. Ich habe ihn schon 2 Mal in Wellington getroffen. Nach unserem Spaziergang haben wir Mittag gegessen und danach kamen ein Paar von Daneshs Freunden vorbei. Sie haben uns den Strand gezeigt und danach sind wir zu Toms Haus gegangen und haben dort den Rest des Abends verbracht.
Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus bis in die Mitte der Insel, nach Rotorua. Auf unserem Weg haben wir bei einer früheren Farm die jetzt ein Cafe ist halt gemacht um Lunch zu essen. Auf der Farm gab es ganz viele Lämmer und Eva und ich waren so glücklich sie füttern und halten zu dürfen! Das war toll :) Kamen abends um 7 in Rotorua an, haben Abendbrot gegessen, eine Weile Karten gespielt und sind dann ins Bett. Die familie wo wir dieses Mal schliefen hatten auch 2 AFSer. Matt aus Amerika und Michele aus Brasilien. Alvaro aus Brasilien war auch zu Besuch. Wir sind am nächsten Tag alle zusammen rumgefahren und haben Geysiere, Schlammgruben und heisse Quellen gesehen. Konnten auch ein Maorikonzert ansehen. Wir haben auch eine Neuseeländische Erfindung ausprobiert: Den Zorb! Ein grosser Ball der mit Wasser gefüllt wird, man setzt sich rein und dann gehts in hoher Geschwindigkeit den Berg hinunter :D Macht sehr viel Spass. Danach sind wir in einen Naturpark gegangen und haben Löwenjunge gestreichelt, den grossen Löwen zugesehen als sie gefüttert wurden und noch ganz viele andere Tiere gesehen. Zum Abschluss des Tages haben wir eine Gondel hoch auf einen kleinen Berg genommen und sind dann auf einer “luge”, eine Rodelbahn, wieder runter. Waren k.o. am Ende des Tages! Haben zum Mittag gegrillt und danach haben wir einen wunderschönen Italienischen Film gesehen.
Eva hatte am nächsten Tag, der 30. September, geburtstag. Mussten ziemlich früh zum Bus und waren nach 4 Stunden in Auckland. Wir sind gleich hoch auf den “Sky Tower”, den höchsten Turm (328m) in der Südlichen Hemisphere. Sehr cool! Konnten Leuten beim Bungy jumping zu sehen :P Danach sind wir Aucklands Hauptstrasse, Queen Street, entlang gebummelt. Um 6 nahmen wir die Fähre rüber auf die Waihekeinsel. Das Wetter war nicht besonders gut und die überfahrt etwas wellig :P Die Familie wo wir dieses Mal blieben hatten keine Kinder, aber waren auch sehr nett. Haben Mittag gegessen und sind dann bald ins Bett. War ein langer Tag.
Haben am nächsten Tag etwas länger geschlafen und bis es Lunch gab auch nichts weiter gemacht. Als wir raus wollten hat es angefangen zu regnen... Haben den Tag drinnen verbracht mit lesen, ausruhen und dem Regen zusehen. Der nächste Tag war etwas besser und wir sind zu einem der Strände gegangen. Sind stundenlang am Strand entlang gelaufen und haben ganz viele Fotos gemacht. War super! Danach hat uns Peter auf eine Rundfahrt auf der Insel genommen und uns die Weingärten gezeigt.
Wir sind am Mittwoch Morgen wieder zurück nach Auckland und haben dort noch einen Tag verbracht. Haben die Stadtgallerie besucht und uns einen der Parks angesehen. Waren auch auf dem Unicampus. Sind wieder Queen Street hoch und runter gelaufen und haben uns auch den Hafen angeschaut. Als es wieder anfing zu regnen haben wir beschlossen den Tag zu beenden. Eva hat den Zug zu der Familie wo sie als nächsten sein sollte genommen und ich bin an Bord des Segelschiffes gegangen. Unsere Nordinsel Tour war vorbei. War klasse!
Spirit of New Zealand
Am 3. Oktober fing also meine Segeltour auf dem Schiff “Spirit of New Zealand” an. Das Schiff wurde in 1986 gebaut, es ist 45 Meter lang, wiegt 184 Tonnen und hat eine Segelfläche von 724m2. Das Schiff wurde für Jugendprogramme gebaut damit junge Leute wie ich was lernen über die See, segeln, uns selbst, eigene Grenzen, eigene Fähigkeiten Herausvorderungen zu bewältigen und Teamarbeit.
Am ersten Tag haben wir so gut wie nichts gemacht weil die Tour offiziell erst am 4. anfing. Nur die Leute die eine Weile von Auckland weg wohnen kamen schon am 3. Wir waren ca. 17 die eine extra Nacht auf dem Schiff schliefen. Haben Mittag gegessen und dann geredet bis wir ins Bett mussten.
Wurden um halb 7 am Donnerstag Morgen geweckt und sind am Hafen entlang spaziert. Dann gab es Frühstück und danach mussten wir Essen und andere Sachen für die Tour an Bord bringen. Als alle “trainees” da waren hat die Crew uns klettern geschickt! Bis hoch zur Mitte des Mastes. War nicht sehr hoch, aber schon etwas ungemütlich. Hat aber auch viel Spass gemacht! Danach wurden wir in unsere Gruppen aufgeteilt. Wir waren insgesamt 39 Jugendliche! 20 Mädchen und 19 Jungs. Die Crew bestand aus einem Captain, 2 mates, einem Enginier, einem Koch, 4 Watch leader, einer helfenden Hand und einem Cadet. Wurden in 4 Gruppen aufgeteilt und bekamen jeder einen Gruppenleiter. Jeden Tag waren auch noch 2 von uns trainees Leiter. Auf dem Schiff gibt es 4 Segelstationen, eine für jede Gruppe und von Tag zu Tag ist man für eine neue Station verantwortlich. Um 12 Uhr ging es dann endlich los. Die Segel wurden zum ersten Mal gesetzt! Wir durften gleich wieder auf den Mast klettern, bis fast ganz oben, weil meine Gruppe am ersten Tag an “midships” war. Ganz schön unheimlich dort oben auf einem dünnen Seil, das du noch nicht mal sehen kannst, zu stehen ohne dich fest zu halten! (Waren natürlich gesichert.) Haben es geschafft alle Knoten auf zu bekommen und die Segel konnten gesetzt werden. Wärend wir segelten hatten wir ein Namenspiel um alle etwas besser kennen zu lernen. Bevor es Mittag gab kamen die Segel wieder runter. Durften noch mal klettern :D Bevor wir um 10 in unsere art Hängematten kletterten hat die Crew mit uns noch Regeln besprochen. Toller erster Tag!
Ich musste am zweiten Morgen schon um 5 aufstehen weil wir dran waren mit Nachtwache. Mussten die Geräte im Auge behalten so dass das Schiff nicht auf Grund läuft oder überflutet wird.
Aber wenn wir nicht gerade Nachtwache hielten sind wir jeden Tag um halb 7 aufgestanden und dann gleich ins kalte Wasser gesprungen! Wenn du ertsmal drinne bist ist es nicht so schlimm :P Danach gibt es Frühstück und um 8 ist immer Zeit für “clolours”: Fahne hissen, Wetterbericht lesen und Plan für den heutigen Tag besprechen. Nach colours wurde jeden Tag sauber gemacht. Wir haben entweder Gemüse geschnitten, das Deck geschrubbt, in der Kombüse geholfen oder unsere Zimmer und Bäder gewischt, je nachdem an was für einer Segelstation wir waren. Normalerweise haben wir jeden Tag nach Lunch die Segel gesetzt, manchmal aber auch früher. Die Segel wurden immer eingeholt bevor wir um 7 Mittag hatten.
Nachdem am zweiten Tag alle Segel oben waren haben wir Spiele gespielt zum stärken des Teams und wir haben auch aufgeschrieben was wir von der Tour heraus bekommen wollen. Nach dem Mittagessen mussten wir alle etwas über uns selbst erzählen: Namen, Herkunft, wie wir von Spirit wissen, lieblings Aktivitäten, was für Eis wir zum Südpol mitnehmen würden und welche Person uns im Leben am meisten inspiriert.
Am dritten Tag durfte ich die Fahne setzen :) Als alles sauber war haben wir die “Gummienten” (Gummiboote) raus geholt und sind zu einer Insel gepaddelt. Dort wurden wir über Rettungssignale unterrichtet. Haben uns auch ein Schiffswrack angesehen. Wieder an bord haben wir Segel gesetzt. Am Abend wurde die Schaukel raus geholt und ein Paar Leute sind schwimmen gegangen. Später hatten wir dann auch noch eine Herausvorderung: Jede Gruppe hat eine Tüte mit verschiedenen Materialen und ein Ei bekommen. Das Ei sollte von der Spitze des grossen Mastes fallen gelassen werden ohne kaputt zu gehen, aber es musste das Deck berühren wenn es unten angekommen ist. Wir haben für unser Ei aus einem Schwamm und einer Papirtüte ein “Bett” gebastelt was wir dann an einen Fallschirm aus einer Plastetüte gehängt haben. Sah alles richtig gut aus, aber unser Ei ist leider kaputt gegangen als es unten ankam... Das Ei eines der anderen Teams ist auch kaputt gegangen und keines der Eier hat das Deck berührt, also hat niemand wirklich gewonnen. Sind trotzdem alle zufrieden ins Bett gegangen.
Tag 4 hatten wir ganze 11 Segel gesetzt! Meine Gruppe war fürs Vordeck verantwortlich und durften uns raus in das Netz an der Vorderseite des Schiffes setzen. Toll! Nach Lunch war ich heute Leiter meiner Gruppe. Wir spielten noch mehr Teamgeist-Spiele und danach kamen die Segel wieder runter. War eine sehr gute Erfarung der Boss zu sein und ich habe ein grosses Lob bekommen weil ich so gut darin war zu Seite zu treten und den anderen Leute die Arbeit zu überlassen und trotzdem alles im Auge zu behalten so das alles richti gemacht wird. Die Schaukel wurde zum späten Nachmittag wieder raus geholt und ich bin diesmal mit rein ins Wasser. Haben mit Bällen im Wasser rumgespielt und sind von der Spitze des Netzes vorne am Schiff ins Wasser gesprungen. (Das waren bestimmt 6-7 Meter!) Nach dem Mittag mussten wir noch eine Herausvorderung bestehen: Der Teamleiter musste sein ganzes Team ausen ums Schiff herum bringen. Hört sich ja nicht so schlimm an aber das schwierige war dass das Team die Augen verbundet bekam! Ich durfte sie nicht anfassen und ich war die einzige die mit ihnen reden durfte. Zogen alle eine Schwimmweste und einen Sicherheitsgurt an, und dann gings los. Über die Reling, an der Seite entlang, zurück auf Deck, vorn ins Netz, um die Spitze herum, auf der anderen Seite wieder über die Reling, an der Seite bis hinter und dann zurück auf Deck. War ganz schön schwierig auf alle auf einmal auf zu passen, aber mein Team hat mir sehr gut zugehört. Wir waren die schnellsten!
Der 5. Tag war der einzige Tag wo wir nicht gesegelt sind. Wir lagen jetzt vor Great Barrier Island vor Anker und sind auf eine Tagestour auf die Insel gegangen. War sehr schön! Es gab heisse Quellen und einen Wasserfall wo wir drin badeten, und die Natur war super toll. Zurück an Board des Schiffen durften wir sogar eine Mintue lang duschen! Das hat alle unheimlich fröhlich gemacht. Am Abend sahen wir Pirates of the Caribbean.
Mein Team hatte in der nacht zum 6. Tag wieder Nachtwache und ich musste zusammen mit Brooke wieder um 5 aufstehen. Am Vormittag sind wir zu einem Strand gepaddelt und haben dort Müll aufgehoben. Man da war viel Müll! Als wir wieder auf dem Schif waren haben wir eine Karten lesen Aufgabe bekommen. Nach Lunch mussten alle bis ganz an die Spitze des höchsten Mastes klettern! Das war super, aber auch ganz schön unheimlich. Als wir die Segel gesetzt hatten war es Zeit für eine Stunde “quiet time” also Ruhezeit. Doch die wurde von dem Besuch von Delfinen unterbrochen. Plötzlich haben uns hunderte umkreist, sind unter dem Schiff durch getaucht und um uns herum gesprungen! Drei Orkas waren auch in der Fehrne zu sehen. Was für ein unbeschreibliches Erlebnis! Heute Abend haben wir die Segel oben gelassen und sind in der stockfinsteren Nacht gesegelt. Wir konnten die Sterne super klar sehen, die Atmosfäre an Bord war wirklich schön und zur krönung kamen die Delfine noch mal zurück. Ich dufte sogar im dunkeln Klettern.
Duften am 7. Tag eine halbe Stunde länger schlafen! Und zum morgendlichen Schwimmen waren die Delfine schon wieder da! Das war so toll und auch etwas Angst einjagend. Sie haben uns nicht berührt aber sind um uns herum und unter uns durch geschwommen. Was für ein Gefühl! Heute war der erste Tag wo es geregnet hat. Wir nahmen die Gummiboote und sind zu einer Insel gepaddelt wo wir eine alte Koppermiene besucht haben. Zurück zum Schiff durften wir unsere kleinen “luggers”, kleine Segelboote, segeln. Nur wir trainees ohne einen Erwachsenen! Das war richtig klasse. Hat so viel Spass gemacht! Ich dufte das Ruder steuern und auch die “sheets” halten (die Leinen die das Segel kontrollieren). Haben es ganz alleine den ganzen Weg zum Schiff zurück geschafft. Nachdem wir Lunch gegessen hatten haben wir eine Unterrichtsstunde über Seestrassenregeln gehabt. Als wir heute ins Bett sind haben wir eine Gutenachtgeschichte bekommen :P
Am 8. Tag war ich wieder Leiter. Wir haben gründlich sauber gemacht da unsere Tour sich langsam dem Ende nähert. Meine Gruppe hat die gelben Regensachen gewaschen. Das war ein Job sag ich euch! Danach haben wir uns selbst einen Brief geschrieben den wir in 6 Wochen zurück bekommen. Als die Segel alle oben waren haben wir unsere Gruppen neu gemixt und haben ganz viele “tacks” gemacht. Das war alles um für morgen, “unseren trainee day” wo wir ganz ohne die Crew Segeln, zu üben. Am Abend haben wir dann unsere neue Crew gewählt. Ich wurde für 1st mate nominiert, aber habe die Stelle nicht bekommen. Die Crew sah am Ende sehr gut aus!
Dann war es endlich so weit: Trainee day! Wir waren alle in neue Gruppen aufgeteilt und hatten neue Gruppenleiter. Meine Gruppe war auch diesmal super! Die Segel wurden ohne Probleme gesetzt und wir segelten gen Auckland. Hatten auch einen Talentwettbewerb. Sehr lustig :P Sind dann unter Aucklands Hafenbrücke gesegelt und wieder zurück um dann in der Nähe zu ankern. Die Segel wurden zum letzten Mal eigeholt... Heute war der windigste Tag von allen gewesen, mit 35 Knoten! Mussten dann unsere Koffer packen und dann hatten wir eine Preisgbung. Bevor es Mittag gab hat meine Gruppe sich gesamelt und die ganze Tour besprochen. War ein sehr gutes Gespräch und auch sehr traurig. Wir Mädchen fingen alle an zu weinen :P Durften heute bis halb 12 auf bleiben. Waren an deck und haben geredet, Fotos gemacht un die letzten Stunden zusammen genossen.
Am letzten Tag ging es schon um halb 6 los. Haben schnell Frühstück gegessen, fertig gepackt und noch etwas sauber gemacht. Dann standen wir alle auf dem Deck und haben uns angesehen wir Auckland immer näher kam. Die Crew hat ein Paar letzte Worte gesagt und dann war es Zeit Abschied zu nehmen. Man war das schwer! George sagte mir dann noch das ich zurück kommen soll als helfende Hand. Werde also in ein Paar Jahren wieder zurück kommen (da ich jetzt keine Zeitmehr habe...) Dann sind wir an Lang gegangen.
Diese letzten 10 Tage waren einfach unbeschreiblich schön und ich wollte garnicht mehr weg von dem Schiff. Ich habe so viel gelernt und so viele wunderbare Erfarungen gesammelt! Ein Paar neue gute Freundschaften durfte ich auch mit von Bord nehmen :) Spirit ist spitze!!